Zusammenfassung

  • Sebastian Rudy überzeugt beim Supercup als Taktgeber des FC Bayern München

  • Der Neuzugang aus Hoffenheim könnte beim FCB der Alonso-Nachfolger werden

  • Rudy: "Ich ziehe das Spiel gerne an mich"

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Dortmund - Bereits vor dem Anpfiff des Supercups gegen Borussia Dortmund (7:6 n.E.) übernahm Sebastian Rudy überraschend Verantwortung. Der Neuzugang des FC Bayern München, erst seit wenigen Tagen überhaupt im Training, schritt für den verhinderten Ersatzkapitän Thomas Müller zur Seitenwahl.

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Auch in den folgenden 90 Minuten plus dem anschließenden Elfmeterschießen zeigte der Nationalspieler, im Sommer ablösefrei aus Hoffenheim zum Rekordmeister gewechselt, Führungsqualitäten. Aus der Mittelfeldzentrale heraus organisierte Rudy das Münchener Spiel und schwang sich bereits nach wenigen Momenten zum Taktgeber seiner neuen Kollegen auf. „Ich habe mich sehr gut eingefunden, total wohl gefühlt bei der Mannschaft und auf dem Platz. Wir sind langsam auf einem sehr guten Weg“, bekundete der 27-Jährige nach dem ersten Titel bei seinem neuen Klub.

63 Ballkontakte, 88 Prozent Passquote, 60 Prozent gewonnene Zweikämpfe, im Elfmeterschießen vom Punkt eiskalt: Rudy, an beiden Bayern-Treffern beteiligt, überzeugte auf ganzer Linie und deutete an, dass er bereit ist für Xabi Alonsos Nachfolge. Eine große Aufgabe, die der gebürtige Schwarzwälder annimmt: "Ich ziehe das Spiel gerne an mich. Ich versuche, meinen Mitspielern dadurch zu helfen, Lücken aufzureißen und die Bälle zu verteilen", sagte Rudy und strotzt nach einer starken Saison in Hoffenheim vor Selbstvertrauen: „Solche wie mich gibt es nicht oft. Ich bin manchmal auch zurückhaltend, aber im Spiel kann ich dann schon zeigen, was los ist. Ich bin mir zu einhundert Prozent sicher, dass es der richtige Weg ist.“

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Rudy (hier im Duell mit Dortmunds Christian Pulisic) war beim Supercup zweikampfstärkster Mittelfeldspieler auf dem Platz

Die Zurückhaltung, die Rudy oft nachgesagt wird, hat der Mittelfeldspieler abgelegt und untermauert die Worte wie beispielsweise im Supercup auch mit Taten. "Die meisten haben schon gemerkt, dass ich auf dem Platz auch anders kann“, sagte der Rechtsfuß der „Bild“-Zeitung: "Ich werde mich nicht verändern, dafür mein Spiel weiter durchziehen. Das werde ich auch bei Bayern tun. Und ich möchte mich vor allem weiterentwickeln“, betont er selbstbewusst. Trotz seiner Flexibilität - Rudy kann auch als Rechtsverteidiger fungieren - strebt der Neuzugang nach einer zentralen Rolle beim FCB: „Das ist meine Position, auf der ich am besten spielen kann. Wenn ich mir das nicht zutrauen würde, hätte ich diesen Schritt nicht gemacht.“

"Ich werde mich nicht verändern, dafür mein Spiel weiter durchziehen. Das werde ich auch bei Bayern tun. Und ich möchte mich vor allem weiterentwickeln." Sebastian Rudy

Der großen Konkurrenz beim Rekordmeister zum Trotz: Rudy will zum prägenden Element im Münchener Spiel werden. Das untermalte der Nationalspieler auch bei seiner Vorstellung vor einer Woche: "Ich scheue mich vor niemandem. Klar ist die Konkurrenz groß. Ich will lernen. Ich will meine Grenzen kennenlernen“, sprühte der beim VfB Stuttgart ausgebildete Mittelfeldspieler zum Antritt vor Ehrgeiz. Und bekam direkt ein Lob auf den Weg mitgegeben: „Er ist ein Spieler mit einem enormen strategischen Verständnis, der das Zeug hat, auch das Spiel des FC Bayern zu prägen“, zeigt sich Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge von den Qualitäten des Neuzugangs überzeugt.

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Direkt mittendrin: Rudy (r.) bei der Vorstellung mit Kollege Niklas Süle (l.) und FCB-Coach Carlo Ancelotti

In welchem Maße Rudy das Spiel der Münchener prägen kann, bewies er im ersten großen Duell der Saison. Unterschätzen, so viel ist klar, wird ihn so schnell niemand mehr. Der bei vielen unter dem Radar fliegende Allrounder könnte die Lücke füllen, die Xabi Alonsos Rücktritt beim FCB gerissen hat, und von einer zurückhaltenden Arbeitsbiene zum Taktstock schwingenden Königstransfer avancieren. Ein ruhiger Dirigent eben.