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Köln - Neue Saison, neue Gesichter. Nicht nur auf dem Platz, auch auf den Trainerbänken der Bundesliga bekommen die Fans in der Spielzeit 2017/18 einige Neulinge zu sehen. Vier Trainer geben ihr Bundesliga-Debüt, einer kehrt nach langer Abstinenz zurück. Sie alle wollen mit ihrem Stil und ihren Methoden Eindruck hinterlassen. bundesliga.de verrät, was von Peter Bosz, Domenico Tedesco und Co. zu erwarten ist.

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Peter Bosz (Borussia Dortmund)

Erstmals seit der Trennung von Bert van Marwijk im Dezember 2006 wird Borussia Dortmund wieder von einem Niederländer trainiert. Peter Bosz wechselte von Europa-League-Finalist Ajax Amsterdam zum BVB und unterschrieb einen Vertrag bis 2019.

In der Vorbereitung auf die neue Saison deutete sich bereits an, dass sich das Spiel des DFB-Pokalsiegers grundlegend ändern wird. Im Gegensatz zu Vorgänger Thomas Tuchel, der seine Mannschaft regelmäßig mit einer Dreierkette spielen ließ und einen kontrollierten Ballbesitzfußball bevorzugte, setzt Bosz auf das für den niederländischen Fußball charakteristische 4-3-3-Sytem und auf sehr hohes, aggressives Pressing.

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Im Supercup gegen den FC Bayern München bereitete der BVB dem Rekordmeister damit schon einige Schwierigkeiten. Das 1:0 für Dortmund entstand etwa nach einer Balleroberung von Christian Pulisic, der Javier Martinez in Strafraumnähe angelaufen hatte. Am Ende verlor die Borussia das Spiel zwar im Elfmeterschießen, doch die Mannschaft zeigte trotzdem, dass sie die Vorgaben des 53-jährigen Trainers weitgehend verinnerlicht hat. Die Fans dürfen sich freuen, denn der Bosz-Fußball verspricht attraktiv zu werden.

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Domenico Tedesco (FC Schalke 04)

Schalkes Sportvorstand Christian Heidel hat Mut bewiesen, als er sich in der Sommerpause dazu entschied, die Trainerposition mit Domenico Tedesco zu besetzen. Der 31-jährige Deutsch-Italiener ist nach Julian Nagelsmann (Hoffenheim) der jüngste aktuelle Bundesliga-Trainer und der jüngste Schalker Chefcoach der Bundesliga-Geschichte.

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In Tedescos Vita steht bislang nur eine Station als Cheftrainer. In der vergangenen Saison übernahm er nach dem 23. Spieltag den FC Erzgebirge Aue und führte die Veilchen vom letzten Platz der 2. Bundesliga noch auf Rang 14.

Tedesco, der im italienischen Rossano geboren wurde, kickte als aktiver Spieler nur in der Kreisliga, schloss 2015/16 aber den Lehrgang zum Fußball-Lehrer mit der Note 1,0 als Jahrgangsbester ab. Er bevorzugte in Aue ein 3-4-3-System und stellt nun auch Schalke in dieser Formation auf. Tedesco steht für ein schnelles Vertikalspiel, das den Schalker Fans gefallen dürfte.

Domenico Tedesco (r.) mit Abwehrspieler Naldo, der drei Jahre älter ist als sein Trainer
Domenico Tedesco (r.) mit Abwehrspieler Naldo, der drei Jahre älter ist als sein Trainer

Sandro Schwarz (1. FSV Mainz 05)

Das Gefühl, Nachfolger von Martin Schmidt zu sein, ist für Sandro Schwarz nicht neu. Der 38-Jährige beerbte ihn bereits im Februar 2015 als Trainer der zweiten Mannschaft. Nun bekommt er die Chance, das Bundesliga-Team zu übernehmen. Damit hat Schwarz, der auch schon als Spieler für Mainz im Einsatz war, den Weg vom U19-Trainer zum Bundesliga-Coach beim FSV geschafft.

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Typisch für Mainzer Trainer hat Schwarz kein festes, oder bevorzugtes Spielystem, sondern lässt taktisch sehr flexibel spielen und orientiert sich teilweise an der Formation des jeweiligen Gegners. Mit dieser Strategie haben sich die Rheinhessen sehr erfolgreich in der Bundesliga etabliert. Unter dem neuen Trainer soll dieser Kurs fortgeführt werden.

Hannes Wolf (VfB Stuttgart)

Es war eine dicke Überraschung, als der VfB Stuttgart nach dem 6. Spieltag der Vorsaison Hannes Wolf als Nachfolger von Jos Luhukay aus dem Hut zauberte. Der damalige U19-Coach von Borussia Dortmund war nicht unbedingt die offensichtliche Lösung für den Job bei den Schwaben. Rückblickend lässt sich aber festhalten: Der VfB hat mit seiner Verpflichtung alles richtig gemacht.

Wolf, der mit den BVB-Junioren dreimal in Folge Deutscher Meister geworden war (zweimal mit der U18, einmal mit der U19), erreichte das vom Verein ausgegebene Ziel und führte Absteiger Stuttgart direkt wieder zurück in die Bundesliga.

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Wolf, der beim BVB von Jürgen Klopp gefördert wurde, lässt klassisch mit einer Viererkette und einem zentralen Angreifer spielen. In der 2. Bundesliga holte Stuttgart aus 28 Spielen unter Wolf 17 Siege, 57 Punkte und erzielte 55 Tore - jeweils Topwert in diesem Zeitraum. Jetzt muss sich der 36-Jährige mit seiner Mannschaft in der Bundesliga beweisen.

Heiko Herrlich (Bayer 04 Leverkusen)

Ganz neu ist Heiko Herrlich nicht in der Bundesliga, aber der 45-Jährige war lange weg. Von Oktober 2009 bis April 2010 war er sechs Monate lang beim VfL Bochum im Amt. Über die Stationen SpVgg Unterhaching und FC Bayern Münchens U17 kam er zum SSV Jahn Regensburg, den er innerhalb von anderthalb Jahren aus der Regionalliga in die 2. Bundesliga führte.

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Herrlich, der ein klassisches 4-2-3-1-System bevorzugt, hat als Spieler fast alle Titel gewonnen, die es zu gewinnen gibt. Mit Borussia Mönchengladbach wurde er 1995 DFB-Pokalsieger, mit Borussia Dortmund feierte er zwei Deutsche Meisterschaften (1996 und 2002), holte den Champions-League-Titel und den Weltpokal (1997). Jetzt hat er die Chance, als Trainer mit einem ambitionierten Bundesligisten Erfolge zu feiern.

Video: Herrlichs Traumtor für Bayer 04