Bundesliga

26.05.2017 - 11:30 Uhr


Von Null auf 100 - Die Senkrechtstarter der Saison

Wenig Eingewöhnungszeit nötig: Werner, Dembélé, Gnabry, Grifo und Keita

Köln - Neu in der Bundesliga oder in der Mannschaft? Kein Problem. Vor allem fünf Akteure, die eines der Attribute erfüllen, konnten in dieser Spielzeit herausstechen - ohne viel Anlaufzeit.

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Leipzig wird als Aufsteiger Vizemeister, Freiburg Europa-League-Aspirant. Dortmund zeigt, dass eine gute Mischung aus bewährten Spielern und hochkarätigen Talenten bestens funktionieren kann, Bremen bleibt in der Rückrunde elf Partien in Serie ungeschlagen. Nur einige Erfolgsgeschichten der Spielzeit 2016/17. Stories, an denen auch diese Senkrechtstarter entscheidenden Anteil hatten.

Timo Werner (RB Leipzig)

Der 21-Jährige ist der einzige Akteur in der Auflistung, der bereits in der vorigen Saison seine Schuhe in der Bundesliga schnürte. Aus Stuttgart ist Werner im Sommer 2016 nach Sachsen gekommen, bei den Schwaben waren ihm 2015/16 sechs Tore und vier Vorlagen gelungen. Sein Potential war bereits zwei Jahre zuvor, als er seine ersten Duelle in der Bundesliga für den VfB absolviert hat, kaum zu übersehen. Vier Treffer in der Premierenspielzeit, drei in der darauf folgenden und schließlich sechs in der letzten im Stuttgarter Dress. Eine passende Frage an den Stürmer wäre im letzten Juli gewesen: Wann gelingt Ihnen der Durchbruch, Herr Werner?

Die Antwort kennen wir jetzt. Der Mann mit dem Leipziger Logo über dem rechten und der Nummer elf über dem linken Oberschenkel erzielte in 31 Einsätzen gleich 21 Tore, bereitete weitere sieben vor - alle 116 Minuten war Werner an einem Treffer beteiligt. Folgerichtig feierte er sein Debüt in der Nationalmannschaft. Aubameyang, Lewandowski und Modeste mögen das Spitzentrio der Bundesliga-Torjäger sein, Werner ist ihnen aber dicht auf den Fersen.

Ousmane Dembélé (Borussia Dortmund)

Auch der 20-Jährige ist vor der Saison gewechselt, kam vom französischen Erstligisten Stade Rennes zum BVB. Hochveranlagt ist ein Adjektiv, das gut zu Dembélé passt. Hochveranlagte sind oft Akteure, die in jungen Jahren etwas Zeit benötigen, um sich zu entwickeln, zu gedeihen, Fußstapfen zu hinterlassen. Der französische Nationalspieler konnte sich sicher sein, dass die Borussia bei dem qualitativ und quantitativ gut besetzten Kader Geduld mit ihm haben würde.

Musste sie dann aber gar nicht, weil Dembélé sich sofort in die erste Elf spielte, schnell kaum mehr aus ihr wegzudenken war. Sechs Treffer und 13 Assists verbuchte der Beidfuß in seiner Bundesliga-Debütspielzeit. Er lief außerdem noch zehnmal in der Champions League, fünfmal im DFB-Pokal und im DFL-Supercup auf. Drei weitere Tore, acht weitere Vorlagen. Dembélé ist nicht nur hochveranlagt, er ist zum echten Transferkracher für Borussia Dortmund geworden.

Serge Gnabry (SV Werder Bremen)

Der 21-Jährige entpuppte sich ebenfalls als sofortige Verstärkung. Beim englischen Spitzenclub FC Arsenal für kurze Zeit aufs Abstellgleis geraten, unterschrieb Gnabry an der Weser - ein echter Coup der Bremer. Während der SV Werder nicht besonders gut in die Saison startete, war der Neuzugang gleich da. Erstes Tor am zweiten Spieltag, erste Vorlage am fünften, zweites Tor am sechsten. In einer Spielzeit, in der den flinken Flügelmann auch Verletzungen zurückwarfen, netzte er insgesamt elfmal ein, kam außerdem auf zwei Assists.

Gnabry absolvierte dazu seine ersten beiden Partien als Nationalspieler. In seiner ersten erzielte er in San Marino gleich drei Tore. Außerdem nicht vergessen sind seine Einsätze für die Olympia-Auswahl, die Viele jedoch nicht zu hoch hängen wollten. Heute zeigt sich: In Rio gab Gnabry seine erste Durftmarke ab, in Bremen setzte er erstmals einen Fuß in der Bundesliga auf den Boden. Und wenn er so weiter macht, könnten seine Fußabdrücke groß werden.

Vincenzo Grifo (SC Freiburg)

Der Rechtsfuß, der immer wieder im linken Mittelfeld beginnt, agierte in seiner ersten Bundesliga-Saison mit den Breisgauern wie ein alter Hase. Grifo ist keiner für "Hacke, Spitze, Eins, Zwei, Drei". Grifo ist ein Leader. Er ist einer, der seine Mannschaft durch seine technische Beschlagenheit in Kombination mit Siegeswille und Kampfgeist führt. Der Sport-Club beendete die Spielzeit als Siebter. Sollte Dortmund den Pokal gegen Frankfurt gewinnen, würde das die Teilnahme an der Qualifikation zur Europa League bedeuten. Eine Sensation.

Grifo gehört zu diesen Sensationellen. Sechs Treffer und zwölf Assists trotz eines Innenbandanrisses im Knie, der ihn im April zum Zuschauen zwang. Mit 14 Toren und 15 Vorlagen hat der 24-Jährige schon im letzten Jahr in der 2. Bundesliga auf sich aufmerksam gemacht. Herr Grifo, können Sie auch Bundesliga? Eine Frage, die nach 2016/17 keine Antwort mehr benötigt. Sein Spiel und seine Zahlen sprechen für sich.

Naby Keita (RB Leipzig)

Der 22-Jährige, im letzten Sommer aus Salzburg nach Leipzig gekommen, sorgte unlängst mit der Aussage für Aufmerksamkeit, dass er der beste Spieler der Welt werden möchte. Für erhobene Augenbrauen sorgte er damit aber nicht, denn Keita bewies beim Vizemeister, dass er das Potential dazu besitzt, ein ganz Großer zu werden. Acht Treffer, acht Assists, mannschaftsdienlich, kreativ, führungskräftig.

Keita ist aus dem Spiel der Sachsen nicht mehr wegzudenken, begeistert sowohl Trainer Ralph Hasenhüttl als auch Ralf Rangnick: "Naby hat sich bei uns fantastisch entwickelt. Er fühlt sich wohl bei uns und spielt klasse Fußball", sagt der Sportdirektor über seinen Schützling. "Er ist ein wahnsinniger Fußballer, der auf engstem Raum Lösungen findet. Deswegen ist er so wichtig", erklärt Hasenhüttl. Klare Worte, die zeigen, welchen Stellenwert Keita nach nur einer Saison in Leipzig besitzt.

Felix Tschon

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